Jupiter von Greenhorn. Warlander aus Franken.Foto: Hannah Parow-Souchon
Jupiter von Greenhorn. Warlander aus Franken.Foto: Hannah Parow-Souchon

Weltweit

Dressur, Barockreiten

150-165 cm

alle Grundfarben, keine Schecken, Abzeichen am Kopf und an den Füßen erlaubt (weiße Beine nicht erlaubt)

Ursprung

In Australien wurden erst um 1990 mit der Zucht dieser Rasse begonnen.

 

Zuchtgebiet(e)

Allgemeines zur Pferderasse

Bayerischer Zuchtverband für Kleinpferde und Spezialpferderassen e.V.

Die Rasse stammt aus Australien und wurde bisher in den USA betreut von der International Warlander Society & Registry; 12218 26th Ave NE.; Tulalip, WA 98271; USA; www.warlander.org - dieses Zuchtbuch wurde am 25.09.2012 geschlossen. Seit Januar 2013 wird in Australien ein neues internationales Warlanderstutbuch geführt, die Warlander Studbook Society (WSS) mit Sitz in Morley, Western Australia 6943, Postadresse: P O Box 138, web-Adresse: http://warlanderstudbooksociety.com.au

Exterieur

Warlander müssen bei Vollendung ihres 4. Lebensjahres ein Mindeststockmaß von 1,50m haben; idealerweise sollte ein Endstockmaß von 1,65m nicht überschritten werden, um den barocken Ausdruck der Rasse zu erhalten. Alle Uni-Farben sind erlaubt, ebenso weiße Abzeichen im Gesicht; Roan-, Pinto-, oder Apaloosa-Zeichnungen sind nicht erlaubt. Der Kopf wird aufrecht getragen und vermittelt einen adligen Ausdruck. Das Profil ist gerade oder leicht konvex. Die Augen sind groß und stehen weit auseinander; sie blicken aufmerksam aber weich und mit einem Hauch von Intelligenz. Der Hals ist gut bemuskelt und hoch gewölbt. Mähne und Schweif sind üppig. Die Oberlinie fließt geschmeidig vom Kopf in einer anmutigen Kurve entlang des Halses zu einem gut gerundeten Widerrist. Der Rücken ist kräftig und fließt in einer geraden Linie zur gut gerundeten Kruppe. Die Beine weisen solide Knochen auf, ohne dabei extrem schwer zu sein; sie sind in einer natürlichen, quadratischen Form an jeder Ecke des Körpers plaziert und ohne Abweichungen nach vorne gerichtet.

Interieur

Der Warlander ist ein ausgeglichenes, geschmeidiges, kompaktes Pferd, das zum Reiten gezüchtet wurde. Er ist ein vielseitiges Reittier, das sich auch für die hohe Schule eignet. Warlander sollten sowohl den Eindruck von Funktionalität als auch Schönheit übermitteln. Der Warlander ist ein Pferd voll Harmonie, das sich selbst mit Stolz und Anmut trägt. Seine Bewegungen sollten fließend und mühelos sein, natürlich federnd und dynamisch. Sein Temperament ist fügsam, gelehrig, gutmütig und willig mit einer natürlichen Intelligenz, die es angenehm macht, mit ihm zu arbeiten.

Zuchtgeschichte

 

Das Zuchtziel wird angestrebt mit der Methode der Reinzucht. Zur Erreichung des Zuchtziels sind Pferde der Veredlerrassen Pura Raza Espanol (Andalusier), Lusitano und Friesenpferd nach dem unten beschriebenen Anteilen zugelassen. Der Warlander darf nicht mehr als 75%, oder weniger als 25% Friesen- oder Ibererblut tragen. Warlander können mit geeigneten Warlandern, Friesen oder den oben genannten Iberern angepaart werden, solange oben stehende Kriterien erfüllt bleiben. Warlander, die nicht die vorgegebenen Genanteil besitzen, deren Eltern jedoch im Zuchtbuch der Rasse eingetragen sind, werden in den Anhang eingetragen.

 

Unterteilung der Zuchtbücher (im Sinne der Verordnung über Zuchtorganisationen)

Die Hauptabteilung des Zuchtbuches für Hengste wird unterteilt in die Abschnitte

 

Die Hauptabteilung des Zuchtbuches für Stuten wird unterteilt in die Abschnitte

 

Eintragungsbestimmungen in die Zuchtbücher (im Sinne der Verordnung über Zuchtorganisationen)

Für die Eintragung in die Zuchtbücher werden nachfolgende Merkmale der äußeren Erscheinung unter besonderer Berücksichtigung des Bewegungsablaufes bewertet.

 

Eintragungsmerkmale:

1.   Typ (Rasse -und Geschlechtstyp)

2.   Körperbau

3.   Korrektheit des Ganges

4.   Schritt

5.   Trab

6.   Galopp (sofern bei Zuchtbucheintragung erfasst)

7.   Gesamteindruck (im Hinblick auf die Eignung als Reitpferd)

Die Gesamtnote errechnet sich aus dem arithmetischen Mittel der erfassten Eintragungsmerkmale.

 

(1) Zuchtbuch für Hengste

(1.1) Hengstbuch I (Hauptabteilung des Zuchtbuches)

Eingetragen werden frühestens im 3. Lebensjahr Hengste,

-Hengste, die die Eigenleistungsprüfung mit einer gewichteten Endnote von 7,5 und besser erzielt haben oder die vorgeschriebenen Erfolge in Turniersportprüfungen der Disziplinen Dressur, Springen, Vielseitigkeit oder Fahren aufweisen können, erhalten den Titel „Leistungshengst“.

(1.2) Hengstbuch II (Hauptabteilung des Zuchtbuches)

Auf Antrag werden frühestens im 3. Lebensjahr Hengste eingetragen,

Darüber hinaus können Nachkommen von im Anhang eingetragenen Zuchtpferden eingetragen werden,

(1.3) Anhang (Hauptabteilung des Zuchtbuches)

Auf Antrag werden alle Hengste frühestens im 3. Lebensjahr eingetragen,

 

(2) Zuchtbuch für Stuten

(2.1) Stutbuch I (Hauptabteilung des Zuchtbuches)

Es werden Stuten eingetragen, die im Jahr der Eintragung mindestens dreijährig sind,

-Stuten, die die Eigenleistungsprüfung mit einer gewichteten Endnote von 7,5 und besser erzielt haben oder die vorgeschriebenen Erfolge in Turniersportprüfungen der Disziplinen Dressur, Springen, Vielseitigkeit oder Fahren aufweisen können, erhalten den Titel „Leistungsstute“.

(2.2) Stutbuch II (Hauptabteilung des Zuchtbuches)

Es werden Stuten eingetragen, die im Jahr der Eintragung mindestens dreijährig sind,

Darüber hinaus können Nachkommen von im Anhang eingetragenen Zuchtpferden eingetragen werden,

(2.3) Anhang (Hauptabteilung des Zuchtbuches)

Es werden Stuten eingetragen, die im Jahr der Eintragung mindestens dreijährig sind,

 

Ausstellung von Zuchtbescheinigungen

Beide Eltern müssen im Zuchtbuch der Rasse eingetragen sein. Für jedes Pferd, dessen Eltern in das Zuchtbuch der jeweiligen Rasse eingetragen sind, wird eine Zuchtbescheinigung gemäß § 20 ZBO als Abstammungsnachweis ausgestellt. Sofern eines der beiden eingetragenen Eltern lediglich im Anhang des Zuchtbuches der jeweiligen Rasse eingetragen ist, wird eine Zuchtbescheinigung gemäß § 20 ZBO als Geburtsbescheinigung ausgestellt.

 

Leistungsprüfungen

Hengste haben eine verpflichtende Leistungsprüfung. Sie können die Stationsprüfung für die Rasse der Friesenpferde absolvieren oder den unten beschriebenen Feldtest ablegen. Stuten können freiwillig die unten beschriebene Leistungsprüfung ablegen.

1.   Dauer: mindestens ein Tag

2.   Prüfungskommission: Die Prüfung wird von mindestens zwei Sachverständigen abgenommen. Zusätzlich können hinzugezogen werden: 

     - der Zuchtleiter der betreffenden Rasse

     - ein Fachtierarzt für Pferde

Die Mitglieder der Prüfungskommission dürfen die zu prüfenden Pferde nicht in Ausbildung gehabt haben.

3.   Prüfungen, Prüfungsort und Termin: Die Prüfungen werden nach den allgemein anerkannten Regeln des Reit- und Fahrsports durchgeführt. Sie sind Leistungsprüfungen im Sinne des Tierzuchtgesetzes. Der Prüfungsort und Termin wird durch die zuständige Stell festgelegt. Die Prüfung hat keinen Wettbewerbscharakter.

4.   Zulassungsbedingungen: Teilnahmeberechtigt sind vierjährige und ältere Pferde, wobei die Zielgruppe fünfjährige Pferde sind. Die Pferde müssen den Impfbestimmungen der LPO der Deutschen Reiterlichen Vereinigung entsprechen und sollen sachgerecht geritten und /oder gefahren sein. In Abweichung zu § 70 LPO ist spanische Zäumung erlaubt. Gebisse nach § 70 LPO (Abb. 1 bis 6)

5.   Beurteilung Die Benotung erfolgt gem. § 9 ZBO, ganze und halbe Noten sind zulässig.

Notensystem:

  

10 = ausgezeichnet 4 = mangelhaft
9 = sehr gut 3 = ziemlich schlecht
8 = gut 2 = schlecht
7 = ziemlich gut 1 = sehr schlecht
6 = befriedigend 0 = nicht ausgeführt/nicht bewertet
5 = genügend  

Maßgebend für die Beurteilung der Hengsten und Stuten ist die Eignung als Zuchtpferde im Hinblick auf die Verbesserung der Reiteigenschaften der Rasse.

6.1  Der abschließende Leistungstest wird von mindestens zwei unabhängig voneinander urteilenden Sachverständigen in getrenntem Richtverfahren abgenommen. Die Pferde werden von den Sachverständigen in getrenntem Richtverfahren bewertet, es können ganze und halbe Noten vergeben werden. Jeder Sachverständige vergibt eine eigene Note. Die Note für das jeweilige Prüfungsmerkmal errechnet sich aus dem arithmetischen Mittel der Noten der Sachverständigen.

6.2  Die Bewertung erfolgt nach folgenden Einzelaufgaben:

6.2.1

a) Rittigkeitsprüfung in der Abteilung (zu höchstens 4 Reitern) nach Kommando (s. Anlage 1)

b) Dressurprüfung der Klasse A nach LPO: Aufgabe A 6 (einzeln geritten)

Bei der Ermittlung des Endergebnisses (gewichtete Endnote) jedes einzelnen Pferdes werden die beurteilten Merkmale nach folgendem Schema gewichtet. (Der Bayerische Zuchtverband für Kleinpferde und Spezialpferderassen e.V legt in ihrer Satzung die entsprechenden Merkmalsgewichte innerhalb eines vorgegebenen Gewichtungsrahmens fest.) Die Summe aller gewichteten Einzelbewertungen ergibt das Endergebnis (gewichtete Endnote mit zwei Dezimalstellen).

Gewichtung der Merkmale unter 6.2.1

Merkmal

Gewichtung

Grundgangarten

Trab

Galopp

Schritt

0,1 (10 %)

0,1 (10 %)

0,1 (10 %)

Rittigkeit

0,3 (30 %)

Dressur- bzw. Eignungsprüfung Fahrpferde

0,4 (40 %)

Endnote

1,0 (100 %)

Das Alter der Pferde wird dem Richter mitgeteilt und in angemessener Form berücksichtigt.

Nach Beendigung des abschließenden Leistungstests erfolgt eine öffentliche mündliche Bekanntgabe der Prüfungsendnote. Dieses Ergebnis gilt als vorläufig und wird zur Kontrolle nachgerechnet. Das verbindliche, offizielle Endergebnis ist ausschließlich das von der zuständigen Stelle gem. Tierzuchtrecht erstellte Prüfungszeugnis für jedes Pferd.

Der Besitzer jedes Pferdes erhält ein Zeugnis über das erzielte Gesamtergebnis, aus dem die Bewertungen in den einzelnen Prüfungsteilen, die Durchschnittsleistungen der geprüften Gruppe in allen Prüfungsteilen und die der Endnote ersichtlich ist.

Die für den Standort des Pferdes zuständige Behörde gem. Tierzuchtrecht und die Züchtervereinigung, in deren Zuchtbuch das Pferd eingetragen ist, erhalten auf Anforderung je eine Durchschrift des Zeugnisses.

Die FN Abt. Zucht erhält eine Zusammenstellung der Prüfungsergebnisse für alle geprüften Pferde zur Veröffentlichung in den zuständigen Mitteilungsblättern oder Jahrbüchern.

Das Ergebnis ist im Zuchtbuch mindestens mit dem Gesamtergebnis, Durchschnittsleistung (Mittelwert) der geprüften Gruppe und Anzahl der Pferde in der Prüfungsgruppe zu vermerken.

Die Prüfung kann einmal wiederholt werden. Es gilt das bessere Ergebnis beider Prüfungen. Tritt ein Pferd am Prüfungstag zu einem Prüfungsteil an, so gilt die Prüfung als absolviert.

Scheidet das Pferd auf Grund einer Entscheidung der Sachverständigen vorzeitig aus der Prüfung aus, gilt diese als nicht absolviert.

 

Weitere Bestimmungen zum Warlander

Die zur Zucht des Warlander verwendeten Iberer müssen DNA-typisiert sein.

 

Quelle: Bayerischer Zuchtverband für Kleinpferde- und Spezialpferderassen

 

Das Ursprungs-Zuchtbuch für Warlander liegt in Deutschland bei:

Bayerischer Zuchtverband für Kleinpferde- und Spezialpferderassen e. V.

 

Quelle(n)

www.warlander-franken.de

Foto-Galerie

Jupiter von Greenhorn. Warlander aus Franken.Foto: Hannah Parow-Souchon
Anubis von Greenhorn. Warlander Hengst aus Franken. Foto: Ursula Heinelt
Festina de Terroso. Warlander aus Franken.Foto: Hannah Parow-Souchon

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